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Das TREAT-ARCA-Projekt

Das TREAT-ARCA-Projekt, das im Juni 2021 begann, ist ein präklinisches Forschungsprojekt, das sich auf zwei seltene Ataxien konzentriert: Autosomal rezessive spastische Ataxie von Charlevoix-Saguenay (ARSACS) und COQ8A-Ataxie (auch bekannt als Autosomal Rezessive Cerebellare Ataxie Typ 2, ARCA2). Dieses dreijährige Projekt wurde durch das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020" gefördert.


Das Projekt

Rezessive Ataxien, zu denen beispielsweise ARSACS und COQ8A-Ataxie gehören, werden vererbt, wenn eine Person eine fehlerhafte Kopie des Gens von beiden Elternteilen erhält (die Eltern haben keine Symptome). Die Symptome, wie Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsprobleme und undeutliches Sprechen, werden durch eine fortschreitende Degeneration des Kleinhirns verursacht, das an der Bewegungskoordination beteiligt ist. Derzeit gibt es keine krankheitsverändernden Behandlungen für eine der Ataxien.
 

Mit dem TREAT-ARCA-Projekt werden vier Ziele verfolgt:

 

  1. Erprobung von zwei vielversprechenden neu entwickelten Medikamenten in Mausmodellen für ARSACS und COQ8A-Ataxie. Bei diesen Medikamenten handelt es sich um solche, die bereits für eine andere Erkrankung zugelassen sind, wodurch sich die Entwicklungszeit verkürzen kann, da bereits klinische Studien durchgeführt wurden und das Medikament bereits im Einsatz ist.
  2. Testen neuer Medikamente für ARSACS in einem Mausmodell. Neue potenzielle Behandlungsmöglichkeiten für ARSACS wurden bereits in früheren Arbeiten identifiziert.
  3. Test der Gentherapie für COQ8A-Ataxie in einem Mausmodell. Die COQ8A-Ataxie wird durch eine Mutation in dem Gen verursacht, das für das COQ8A-Protein kodiert, und könnte möglicherweise durch die Einführung der nicht mutierten Version des Gens in das zentrale Nervensystem korrigiert werden.
  4. Identifizierung und Validierung von Biomarkern. Bei der Vorbereitung künftiger klinischer Ataxie-Studien ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Neurologen eine Möglichkeit haben, zu messen, ob die Behandlung anschlägt. Dies wird durch die Identifizierung von Biomarkern erreicht. Wenn es nicht gelingt, einen guten Biomarker zu identifizieren, kann dies sogar die Ursache für eine gescheiterte klinische Studie sein.


Warum ist diese Forschung wichtig?

Die im Rahmen dieses Projekts geplanten präklinischen Arbeiten könnten dazu beitragen, potenzielle Behandlungsmöglichkeiten für ARSACS und COQ8A-Ataxie zu ermitteln, die dann in Zukunft in klinischen Studien getestet werden könnten. Die an diesem Projekt beteiligten Forscher führen parallel Projekte zur Vorbereitung auf klinische Studien für rezessive Ataxien durch (PREPARE, PROSPAX, im Rahmen der Ataxia Global Initiative). Durch die Ergänzung der Arbeiten zur Vorbereitung auf klinische Studien mit diesem präklinischen Projekt wollen die Forscher Behandlungen für ARSACS und COQ8A-Ataxie identifizieren und in einer starken Position sein, um aussagekräftige klinische Studien durchzuführen, wenn Behandlungen identifiziert worden sind.
Die Konzentration dieser wichtigen Arbeit auf ARSACS und COQ8A-Ataxie wird den Weg für ähnliche Arbeiten bei einer Vielzahl anderer rezessiver Ataxien ebnen.


Engagement der Patienten

Die Forschung muss sich auf die Stimmen der Patienten stützen, denn die Perspektive der Betroffenen ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass die Forschungsprojekte auf die wichtigen Fragen abzielen. Aus diesem Grund werden im Rahmen des TREAT-ARCA-Projekts Patientenorganisationen in jeder Phase der Forschung einbezogen. 
Die an TREAT-ARCA beteiligten Patientengruppen werden ein Programm mit Aktivitäten zur Einbeziehung der Patienten leiten, darunter ein regelmäßiger Blog und eine Webinarreihe. Aktuelle Informationen werden über die Publikationen und Websites der Patientengruppen sowie über die ARSACS- und COQ8A-ataxia RareConnect-Foren verbreitet.


Die Partner

Das TREAT-ARCA-Projekt ist ein globales Projekt, das von Dr. Hélène Puccio von der Universität Lyon geleitet wird und an dem Forschungspartner aus Deutschland (Prof. Matthis Synofzik), Kanada (Dr. Bernard Brais) und Italien (Dr. Francesca Maltecca) beteiligt sind. Die deutsche Patientengruppe DHAG, Euro-ataxia (mit Unterstützung von Ataxia UK) und die Stiftung Ataxia Charlevoix-Saguenay (mit Sitz in Montréal) vertreten die Patienten in diesem Projekt.

 

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