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Die Friedreich-Ataxie (FA) ist die häufigste ARCA: Sie macht 50 % aller ARCAs aus. Meist beginnt sie vor dem 25. Lebensjahr, kann jedoch auch noch nach dem 40. Lebensjahr auftreten. 

Sie wird durch übermäßige Wiederholungen bestimmter Abschnitte (= GAA-Repeatexpansionen) in Intron 1 im FXN-Gen (Normalbereich 5–33 Wiederholungen; Ataxie verursachend > 65 Wiederholungen) bedingt, wodurch wiederum zu wenig des FA-Eiweißes („Frataxin“) gebildet wird. Somit wird es ein Schlüssel künftiger Therapieansätze sein, durch Medikamente oder genetische Therapien die Bildung dieses Eiweißes zu steigern. Die FA betrifft zwar teilweise auch das Kleinhirn (hier vor allem die Kleinhirnkerne), vorrangig betrifft sie jedoch die Nervenzellen im Rückenmark, welche Lagesinn- und Vibrationsinformationen von den Beinen und Armen ans Gehirn weiterleiten (Spinalganglien). Dies führt dazu, dass die Ataxie dann besonders ausgeprägt ist, wenn man auf diese Informationen angewiesen ist: Im Dunkeln oder wenn man seine Extremitäten nicht sieht. Darüber hinaus betrifft sie auch die lange „Kraftbahn“ im Rückenmark (Pyramidenbahn), über die die Muskeln gesteuert werden.

Hierdurch kommt es zu Schwäche (Paresen) und Steifheit (Spastik) an Beinen und Armen. Durch diese kombinierte Schädigung mehrerer Rückenmarksbahnen bilden sich oft typische Hohlfüße (Pes cavus) und fehlerhafte Verkrümmungen der Wirbelsäule (Skoliose). Die FA bleibt aber oft nicht auf das Nervensystem begrenzt, sondern kann auch das Herz [Herzwandverdickung (Kardiomyopathie), Herzrhythmusstörungen) und – wenngleich seltener – die Bauchspeicheldrüse (Diabetes mellitus) und auch die Hör- und Sehnerven betreffen. Eine reduzierte Lebenserwartung ist gerade bei frühem Beginn der FA möglich; da diese vorrangig durch Komplikationen der Herzmitbeteiligung bedingt ist, gilt es, diese durch regelmäßige kardiologische Kontrollen stets im Blick zu behalten – selbst dann, wenn man als FA-Betroffener subjektiv gar keine Herz-Symptome bemerkt. Da die FA schon am längsten bekannt und relativ häufig ist und bereits zentrale Krankheitsmechanismen erforscht sind, sind hier auch molekulare Therapieansätze am weitesten. Diese fokussieren sich zum einen auf die Steigerung des Frataxin-Eiweißes; zum anderen auf die Folgen des Fehlens dieses Eiweißes in der Zelle, hier vor allem auf eine Reduktion der Schädigung der Mitochondrien als Energielieferanten der Körperzellen und des oxidativen Stresses. 

So zeigte eine jüngst berichtete Phase-2/3-Studie mit einem Aktivator der oxidativen Stress-Antwort namens Omaveloxolone erste ermutigende Effekte auf eine Verlangsamung der neurologischen Funktionsstörungen. Es bleibt aber aktuell noch abzuwarten, ob sich diese Effekte bestätigen, sie von ausreichend großer Effektgröße für den Alltag sind und diese Substanz tatsächlich zur Anwendung zugelassen wird.