Regina: Sollten wir nicht einen Beitrag für den Fundus über unseren Teneriffa-Urlaub von Anfang September 2025 im Mar y Sol schreiben?
Diana: Keine schlechte Idee. Dann könnten wir doch auch unseren Traum von einem gemeinsamen Gruppentreffen von Ataktikern und deren Assistenten, Freunden und Angehörigen dort im Hotel Mar y Sol vorstellen.
Regina: Das wäre schon echt eine tolle Sache.
Diana: So in der Art wie die Berliner Gruppe, die gleichzeitig mit uns in dem Hotel war. Die waren da zusammen mit dem Verein Phönix Soziale Dienste gGmbH aus Berlin und haben über Runa-Reisen gebucht. Der Verein hat die Assistenzen gestellt, deren Zahlung wurde nach Antragstellung vom Senat bezahlt. Eine prima Unterstützung, ob es sowas auch in anderen Bundesländern oder übergreifend bundesweit gibt?
Regina: Das Mar y Sol in Los Cristianos auf Teneriffa ist, wie ich es selbst nun zum dritten Mal erlebt habe, ein wirklich rollstuhlgerechtes Kurhotel. Mit seinem angeschlossenen Zentrum für Prävention und Rehabilitation TeraLava, dem Mar y Sol Aquasport und der Servicestation LeRo garantiert gut geeignet für Ataktiker.
Diana: Das kann ich als Betroffene bestätigen.
Manche sagen, das Mar y Sol sei in die Jahre gekommen. Das mag sein, aber es ist keinesfalls heruntergekommen, sondern in den Jahren seit der Eröffnung in den 90ern hat man sehr viel Erfahrungen gesammelt, die allen Gästen zu einem tollen Urlaub verhelfen, gleich welches Handicap und welchen Behinderungsgrad sie mitbringen.
Schön wäre natürlich eine Klimaanlage in den Zimmern gewesen, aber auch mit den Ventilatoren konnte man sich arrangieren.
Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft fühlt man bei allen dort arbeitenden Menschen. Angefangen von dem Menschen, der ab morgens 7:30 Uhr die Wasseraufsicht an den Pools hat und Menschen, die die Pools nicht selbständig über die Treppen betreten können, per Lift ins 32 Grad oder ins 25 warme Wasser lässt. Hilfsmittel, um im Wasser bewegt zu werden, auch für Menschen, die sich ab Hals nicht bewegen konnten, waren übrigens dazu in genügender Anzahl da.
Regina: Witzig war auch die junge Dame, die vormittags die Wassergymnastik mit langgezogenem "o-kay", "keep on, keep on" begleitete. Und abends dann beim Bingo das gleiche "o-kay" beim Verlesen der Zahlen hören ließ.
Die Zaubershow im Hotel war sicher gut gemeint, aber nicht ganz mein Geschmack. Erinnerst du dich an den kurzen Auftritt des Jongleurs mit den Flaschen, die er auf dem Stock im Mund auffing, während wir an der Promenade im Café saßen? Das gefiel mir.
Abends im Hotel gefielen mir persönlich die Musikbeiträge gut. Wie schön das war, als zuerst niemand den Musiker sonderlich beachtete, aber plötzlich nach unserem etwas übertriebenen Klatschen andere aufmerksam wurden und sich neben der Poolbar eine kleine Tanzfläche bildete, wo dann, egal ob gar nicht, leicht- oder schwerstbehindert, alles tanzte und sang zu seiner Musik - mit oder ohne Rollstuhl.
Einfach toll.
Diana: Überhaupt war es klasse, abends bis zum Sonnenuntergang draußen zu sitzen, zu essen, zu trinken, sich zu unterhalten, anderen zuzusehen oder zuzuhören.
Regina: Oder von den Kellnern geneckt zu werden mit Anreden wie Süße oder Santa Regina!? Ich glaube, zuhause hätte ich das als Unverschämtheit betrachtet.
Das Essen wurde ja in Form von Büffets angeboten. Die Auswahl war riesig, sehr lecker.
Diana: Und trotz Problemen bei Gluten und Laktose bin ich immer satt geworden. Dank deiner Hilfe und der des Service auch ohne große eigene Anstrengung.
Regina: Mir hat es Spaß gemacht und man konnte dort am Pool auf den "seniorengerechten" etwas höheren Liegen unter den Sonnenschirmen sehr gut entspannen, und wenn es zu warm wurde, auch auf dem eigenen Balkon oder der Sonnenterrasse ausruhen.
Natürlich war es auch möglich zum barrierefreien Strand zu laufen bzw. zu rollen, um im Meer zu baden. Die Strecke bis dort ist zwischen 1 und 2 km lang, je nachdem ob man zum näher gelegenen Strand oder zur weiter entfernten Plattform mit Lifeguards möchte.
Diana: Da gibt es auch Rollstühle, mit denen man bis ins Wasser gefahren werden könnte. Der Weg zurück war für dich, Regina, schon etwas anstrengend, ich mit meinem E-Rolli habe dich da am Berg regelrecht abgehängt. Viele Senioren mieten sich deshalb vor Ort einen E-Scooter für 2 Personen und cruisen damit über die Promenade.
Regina: Schade war es, dass unser geplanter Ausflug in den Norden nach Santa Cruz leider schon am Busbahnhof in Los Cristianos endete, weil die Linie 112 -urplötzlich - keine Verladerampe für Rollstühle habe.
Diana: Wenn man hört, was andere Stammgäste erzählen, dann war das echt Pech. Normalerweise, und so waren alle Auskünfte vorher auch, werden abwechselnd Busse mit und ohne Verladerampe eingesetzt.
Und wären wir eine größere Gruppe gewesen, dann hätte man sich die Kosten für ein Rollstuhltaxi mit Platz für 7 Personen für 250 Euro gönnen können.
Regina: Das ist auch ein Grund, warum wir uns freuen würden, gemeinsam mit anderen Ataktikern dort zu sein.
Die Buchung und die Formalitäten solch einer Reise mögen abschreckend sein, aber sie sind machbar.
Die Fluggesellschaften bieten nach Voranmeldung kostenlose Unterstützung mit Rollstuhlservice und Verladung von Hilfsmitteln wie Rollatoren oder Rollstühlen an. Mit dem blauen Parkausweis ist auch das Parken direkt in Terminalnähe kostenlos.
Diana: Der für mich vorab gebuchte E-Rollstuhl stand bei unserer Ankunft bereits im Hotelzimmer. Sehr praktisch, dass der Sitz von LeRo, Sanitäts-und Pflegeservice, direkt neben dem Hotel ist.
Und bei dem nach der Ankunft erbetenen Duschstuhl konnte ich sogar wählen, ob fahrbar oder feststehend. Und der war sogar kostenfrei.
Regina: Haltegriffe sind obligatorisch und mein Mann Detlef hatte früher auch immer ein höhenverstellbares Pflegebett.
Diana: Ich glaube wir könnten noch seitenweise schreiben.
Ihr könnt uns aber auch gerne ausfragen.
Regina: Wenn ihr etwas über Möglichkeiten wüsstet, wie man Zuschüsse für Assistenzen bekommen könnte, dann wäre das bestimmt hilfreich für den einen oder anderen Ataktiker, der sich alleine nicht traut zu verreisen, oder dem finanziell die Möglichkeit fehlt, einen eigenen Assistenten für eine Reise zu buchen.
Schreibt den Verein gerne an.
Regina und Diana
Unser Traum: ein gemeinsames Gruppentreffen von Ataktikern und deren Assistenten, Freunden und Angehörigen im Hotel Mar y Sol!