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Magnetstimulation (TMS) und Ataxie-Komplexbehandlung an der Uni Bonn

21. 04. 2022

Vor einem Jahr haben wir in Bonn unsere TMS-Studie mit Patientinnen und Patienten mit spinozerebellärer Ataxie (SCA) oder CANVAS begonnen. Seither haben wir 19 Proband:innen behandelt, die im Rahmen einer stationären 10-tägigen Ataxie-Komplexbehandlung unabhängig von der Studie in der Neurologie des Universitätsklinikums Bonn aufgenommen wurden.

Zunächst aber: was bedeutet TMS? Die Abkürzung steht für transkranielle Magnetstimulation. Dieses moderne Verfahren wird seit langem erfolgreich in der Behandlung von Depression eingesetzt, zunehmend aber auch für andere Erkrankungen. Bei der TMS wird in einer elektrischen Spule zuerst ein Stromfluss, dann ein starkes elektromagnetisches Feld erzeugt, welches z.B. auf das Kleinhirn ausgerichtet wird. So können Nervenzellen durch die Schädeldecke hindurch aktiviert werden. Dies geschieht an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, dreimal täglich für ca. 15 Minuten. Bisher haben wir nur sehr wenige und geringe Nebenwirkungen beobachtet, wie Nackenverspannung oder leichten Schwindel für wenige Tage.

 

TMS-Behandlung

Im TMS-Behandlungsraum. Rechts sieht man das Stimulationsgerät, links daneben im Hintergrund der Bildschirm, um die korrekte Lage des Magneten (sog. Coil) über der Zielregion Gehirns zu finden, in der Mitte unser Patient mit entspannter Auflage des Kopfes auf einer Polsterung.

 

Ein Großteil der Patient:innen zeigte in der körperlichen Untersuchung, die vor und nach Therapie erfolgten, erfreulicherweise eine Verbesserung der Ataxie. Sowohl die feinmotorischen Fähigkeiten als auch die allgemeine Gangsicherheit hat sich bei vielen Patienten gebessert. Einzelnen persönlichen Erfahrungsberichten zufolge wurde besonders eine Verbesserung des Treppensteigens beobachtet.

 

Auch die begleitende Physiotherapie im Rahmen der Ataxie-Komplextherapie haben unsere Teilnehmer:innen sehr positiv gesehen. Zusätzlich wird die Therapie auch apparativ unterstützt, indem wir ein auf Station vorhandenes Vibrationsgerät (stochastische Resonanztherapie, SRT) einsetzen, das zudem die Gangsicherheit festigt.

 

Wir möchten an dieser Stelle unseren ganz herzlichen Dank an alle bisherigen Proband:innen richten, denen der Weg nach Bonn nicht zu weit war und die dazu beitragen, neue Forschungs-ergebnisse und möglicherweise daraus resultierende verbesserte Therapien der Ataxie zu ermöglichen. Diese sind -wie wir alle wissen- dringend nötig!

 

Dank auch an die Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft, die uns in allen Belangen tatkräftig unterstützt hat.

 

Wir hoffen, Ihr Interesse an der Studie geweckt zu haben und bitten alle Interessenten sich bei uns zu melden, da wir für die Studie noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer suchen. Schreiben Sie uns doch einfach eine Email an Frau Bork (s4frbork@uni-bonn.de) oder Dr. med. M. Grobe-Einsler (Marcus.Grobe-Einsler@ukbonn.de).

 

Friederike Bork, Marcus Grobe-Einsler, Oliver Kaut

 

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