22.11.2008
Ataxie ist der medizinische Fachbegriff für gestörte Bewegungskoordination. Ataxie tritt in erster Linie als Folge von Krankheiten des Kleinhirns auf (zerebelläre Ataxie). Ataxie kann aber auch dadurch entstehen, dass das Gehirn nicht die richtigen Informationen über die Lage von Armen und Beinen im Raum erhält (sensible oder afferente Ataxie). Dazu kann es bei Krankheiten des Rückenmarkes und der peripheren Nerven kommen. Es gibt zahlreiche neurologische Krankheiten, bei denen Ataxie als Krankheitssymptom auftreten kann, z. B. Kleinhirninfarkte, Kleinhirntumoren oder Multiple Sklerose.
Unter dem Begriff der Ataxie-Krankheiten oderAtaxien werden genetisch (hereditär) und nicht genetisch bedingte (idiopathische und symptomatische) Degenerationskrankheiten des Nervensystems zusammengefasst, bei denen Ataxie das Hauptsymptom ist. Degenerationskrankheiten des Nervensystems sind Krankheiten, bei denen es zu einem allmählich fortschreitenden Funktionsverlust von bestimmten Teilen des Nervensystems kommt. Häufig geht mit dem Funktionsverlust auch das Absterben von Nervenzellen einher. Bei den Ataxien sind von der Degeneration vor allem das Kleinhirn und das Rückenmark betroffen. Häufig sind zusätzlich auch Veränderungen im peripheren Nervensystem, im Hirnstamm, in den Basalganglien und in der Hirnrinde vorhanden.
Autoren: Thomas Klockgether, Friedmar R. Kreuz