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Thema: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

  1. #1
    Avatar von Jörg
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    Standard Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Ich habe im August ein 4 wöchiges Praktikum in einer Behindertenwerkstatt gemacht.
    Ich war im Büro, was etwas ungewohnt war als Klempner auch kein Wunder oder?
    Im August habe ich bei der Rentenversicherung einen Antrag
    auf Teilhabe am Arbeitsleben, ob es genau so heist weis ich nicht mehr -gestellt.
    Innerhalb 3 wochen bekam ich eine zusage von der Rentenversicherung
    welches aussergwöhnlich schnell ging laut ausage vom Sozialarbeiter der Werkstatt.
    Nun müsse noch eine Komission tagen ,bestehend aus sozialaebeiter der Werkstatt
    ,einem Vertreter der stadt und noch jemandem... Alle 3 gaben ihr ok und auch mein neurologe.
    Heute nun bekam ich einen anruf von der werkstatt,
    man sagte mir das ich ab dem 1. Nov. dort arbeiten könnte.

    Ihr könnt euch vorstellen wie ich mich gefreut habe. Ich sage ich euch auch warum.Weil ich es leid bin
    einfach völlig unstrukturiert in den tag zu leben. Endlich habe ich wieder eine Aufgabe.
    Die Werkstatt hat einen Fahrdienst, der mich von zuhause abholt.
    Es gibt für mich als singel nicht zu verachten
    täglich eine warme Mahlzeit. Ich kann vor ort Krankengymnastik machen
    und wenn ich erschöpft bin, mich auch jederzeit in einem Ruheraum hinlegen.
    Mann gibt mir arbeit die ich gemäß meiner Behinderung noch leisten kann.

    Solange ich gesundheitlich dazu in der lage bin freue ich mich auf die Arbeit.
    Ich habe Anfangs gedacht das kannst du nicht,
    bestärkt hat mich aber ein junger mann 25 Jahre alt der imRollstuhl sitzt
    und die Friedreichsche Ataxie hat und dort schon längere zeit halbtags arbeitete.
    Das was der junge Mann kann, das kannst du auch ,habe ich gedacht. Zumal bei ihm bei ihm die krankheit
    schon viel weiter voran geschritten ist.
    Ich freue mich auf die neue aufgabe. und werde euch bestimmt hier weiter berichten.

    LG Jörg
    Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.

    "Albert Einstein"

  2. #2
    Avatar von rübe
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Hallo Jörg,

    ich bin auch seit 2 1/2 Jahren in so einer Werkstatt.
    (auch im Büro)

    Ja, es ist echt nicht schlecht hier.
    (wenn man sich an alle Personen gewöhnt hat)

    um zwei Sachen beneide ich dich allerdings:
    Um den Fahrdienst und die KG.

    Sonst bin ich ganz deiner Meinung, besonders
    die Strukturiertheit des Tages ist wichtig.

    Grüße
    Alex

  3. #3
    Avatar von Daggi
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Das ist ja ein ganz blauer Tag für Dich. Alles Gute und viel Freude am Job wünscht Daggi

  4. #4

    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Nachdem Du als Klempner gearbeitet hast, hast Du vieleicht wenig Ahnung wie es in einem Büro zugeht.
    Darum hier mal ein Büroordnung die ich aus einem Lehrbuch eines meiner Lehrlinge abgeschrieben habe.

    Bureau- Ordnung
    Zur Beachtung des Personals
    Aus einer „Büroordnung“ des Jahres 1853
    Gottesfurcht, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Voraussetzungen für ein gutes Geschäft

    Morgens wird im Hauptgebäude ein Gebet gesprochen. Das gesamte Personal muß dazu anwesend sein

    Die Kleidung muß einfach sein. Das Personal wird sich nicht in hellen Farben bewegen und Strümpfe nur tragen, wenn sie in Ordnung sind. Mäntel und Überschuhe dürfen im Büro nicht getragen werden, ausgenommen Hüte, aber nur bei kaltem Wetter.

    Dem Personal steht der Ofen zur Verfügung. Es wird empfohlen dass jedes Mitglied des Personals täglich bei Kälte 4 Pfund Kohlen mitbringt.

    Kein Mitglied des Personals darf den Raum ohne Erlaubnis verlassen. Man darf austreten und das Personal darf dafür den Garten unterhalb der zweiten Tür benutzen. Er muß aber in gutem Zustand bleiben.

    Während der Bürostunden darf nicht gesprochen werden.

    Die Sucht nach Tabak, Wein und Alkohol ist eine menschliche Schwäche und dem gesamten Personal verboten.

    Das Personal bringt seine eigenen Schreibfedern mit. Ein neuer Anspitzer steht auf Antrag zur Benützung zur Verfügung. Es wird ein Senior bestimmt, der für die Sauberkeit des Hauptbüros und des Privatbüros verantwortlich ist. Alle Jungens und Junioren melden sich bei ihm 40 Minuten vor dem Gebet und bleiben nach Arbeitsschluß zur Verfügung.

    Unsere Firma hat die Arbeitsstunden verkürzt. Das Personal bracht jetzt nur noch an den Wochentagen zwischen 7 Uhr vormittags und 7 Uhr nachmittags anwesend zu sein. Der Sonntag dient dem Kirchendienst. Sollte es jedoch erforderlich sein, wird auch am Sonntag gearbeitet.

    Nachdem nun die Arbeitsstunden so drastisch vermindert wurden, ist die Einnahme von Nahrung zwischen 11.30 Uhr und Mittag erlaubt. Die Arbeit darf dafür nicht eingestellt werden.

    Die Eigentümer betonen hiermit noch einmal die Großzügigkeit der neuen Arbeitsgesetze. Sie erwarten aber eine wesentliche Steigerung der Arbeitsleistung zum Ausgleich für diese fast utopischen Bedingungen.

    Quelle: H. Seidel, W. Schneider: Der Betrieb und seine Verfassung. Wiesbaden 1976, S. 118
    per aspera ad astra

  5. #5
    Avatar von streuner
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    klasse jörg

    einen wirklich guten start wünsche ich dir, und vor allem keine kumbajasingenden und ihren namen tanzenden sozialpädagogen

    ja, rübe hat recht ... die geballte ladung der neuen kollegen (bei mir mitbewohners) mit unterschiedlichsten schwierigkeiten ist erstmal nicht ohne, aber eine herausforderung die sich sehr positiv entwickeln kann

    gutes gelingen wünscht die manu

    (die leider ganz raus ist und auch für die werkstatt keine empfehlung mehr bekam)
    Der Mensch der den Berg versetzte, war derselbe der anfing, kleine Steine wegzutragen
    (Unbekannt)
    Das Leben wird einem noch geschenkt, danach muß man hart dran arbeiten ...




  6. #6
    Avatar von Jörg
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Also ich muss sagen dafür habe ich ja auch das 4 wöchige praktikum gemacht. ich wollte sehen ob ich dort klar komme.
    Ich muss sagen sie solidarität unter den Menschrn mit behinderung ist einmalig wohltuend.
    jeder hilft dem anderen, wenn er es kann. das wünschte ich mir manchmal auch wenn gesunde an einem vorbei maschieren
    und den ich "ignoriere dich jetzt mal" weg guck Blick drauf haben....
    Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.

    "Albert Einstein"

  7. #7
    Avatar von spes
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Hallo Jörg,

    Ich finde es ganz toll, daß du dies machst. Zumal es ja beruflich eine totale Veränderung für dich ist. Ich finde es auch super, daß die ein Praktikum angeboten haben.
    So weißt du jetzt schon was auf dich zukommt.
    Und ich finde solange du noch arbeiten kannst, und sei es auch nur ein paar Stunden dann solltest du es auch machen. Wenn du merkst du kannst noch was leisten, ist das enorm wichtig für dich und dein Selbstwertgefühl.
    Und du kommst raus, in ein anderes Umfeld. Du lernst neue Leute kennen....es hat einfach viele Vorteile. Wir Menschen brauchen es nun mal, in irgend einer Form in einer Gemeinschaft eingebunden zu sein.

    Dieses Problem hatte ja mein Sohn auch. Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, sollte er (im Rolli auch FA) ja was sinnvolles tun.
    Damals entschlossen wir uns auch für eine Behindertenwerstätte. Er sollte dort eine Bürokufmannlehre machen. Aber ihm gefiel es dort überhaupt nicht. Es waren nur behinderte Menschen dort. Zum Teil auch schwer geistig behinderte. Damit kam er nur sehr schwer zurecht.
    Er wollte auch noch mit gesunden Menschen zusammen sein, und auch mit jungen Leuten in seinen Alter. Er war damals gerade mal 16 und brauchte auch Freunde.

    So Behindertenwerkstätten sind sicher eine gute Sache, und ich finde sie auch wichtig. Aber wenn es möglich ist, bin ich mehr für die Variante Behinderte bestmöglich in die "normale" Arbeitswelt zu integrieren. Sofern es eben irgenwdie geht.

    Aber für dich Jörg ( der seine Platz im Leben ja schon gefunden hat, im Gegensatz zu einen Jgendlichen) ist es sicher eine gute Lösung.

    Ich wünsche dir viel Erfolg. Zeig denen dort mal richtig was alles in dir steckt. Du machst das schon
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, und zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
    J.W. Goethe



  8. #8
    Avatar von spes
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Zitat Zitat von Jörg Beitrag anzeigen
    jeder hilft dem anderen, wenn er es kann. das wünschte ich mir manchmal auch wenn gesunde an einem vorbei maschieren
    und den ich "ignoriere dich jetzt mal" weg guck Blick drauf haben....
    Ja, die meisten Menschen sind unsicher und wissen nicht wie sie damit umgehen sollen....leider.
    Aber genau so schlimm ist der entsetzte "was isn mit deeeeeem los" Blick.

    Als mein Sohn noch halbwegs gehen konnte, gestützt von mir, konnte ich diesen Blick überall entdecken. Es tat mir unendlich weh, daß die meinen Sohn so anschauten.
    Damals war ich froh, daß er so damit beschäftigt war sein Gleichgewicht zu halten. So konnte er auf solche Blicke gar nicht achten, die entgingen ihm dadurch.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, und zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
    J.W. Goethe



  9. #9
    Avatar von bionda
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    toll Jörg,
    das ist echt klasse...

    freu mich für dich...dass du als Singel eine neue Herrausforderung gefunden hast........



    viel Glück.............Erfolg.................und Spaß!!!!!!!!!!!!!!!!
    bacio da bionda

  10. #10
    Avatar von Jörg
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    Standard AW: Arbeit in einer Behindertenwerkstatt

    Danke Rita und Petra für euren zuspruch....und von den anderen natürlich auch.

    LG Jörg
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    "Albert Einstein"

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