Hallo,
sorry, dass ich hier so in das Forum platze.
Seit einigen Tagen weiß ich, dass eine 11jährige Schülerin von mir an der Friedreichschen Ataxie erkrankt sein soll und ich bin ziemlich ratlos und benötige Ratschläge.
Die ganze Geschichte:
Im Herbst habe ich eine 5. Klasse am Gymnasium übernommen. Bei besagter Schülerin stand im Schülerbogen: "ataktische Störungen" - es war aber sonst nichts angegeben worden .
Vor Weihnachten fiel mir auf, dass das Mädchen öfter weinte, wenn es Klassenarbeiten gegeben hatte. Als ich eines Tages ein Diktat schreiben wollte, brach sie in Tränen aus und konnte anschließend gar nichts mehr leisten.
Ich bat dann die Mutter um ein Gespräch und erfuhr da, dass das Mädchen schon seit dem zweiten Lebensjahr unter ataktischen Störungen litt, dass aber die Mutter irgendwann an den Arztbesuchen verzweifelte, weil man ihr immer sagte, dass sie das alles überbewerten würde.
Die Kleine hatte in der dritten Grundschulklasse einen schlimmen Einbruch, hat sich dann aber wieder hochgekämpft und es ins Gymnasium geschafft.
Nun gut, zusammen mit Mitgliedern der Schulleitung überzeugte ich die Mutter, sich von einem Kinderarzt ein Attest ausstellen zu lassen, damit man dem Kind eine Zeitverlängerung bei schriftlichen Arbeiten zugestehen kann. Sie erhielt nach Besuch bei Arzt und Schulpsychologen 10% Zeitverlängerung ... wenigstens etwas. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie sich dadurch psychisch stabilisierte.
Letzte Woche waren die Eltern mit ihr dann doch endlich in einer Spezialklinik und dort wurde die Friedreichsche Ataxie diagnostiziert. Das endgültige Testergebnis steht noch aus, aber der Arzt war sich sicher.
Jedenfalls wurde die Diagnose dem 11jährigen Kind vom Arzt brutal mitgeteilt und sie kam letzte Woche zu mir und sagte mir mit Tränen in den Augen, dass sie in 5 Jahren im Rollstuhl sitzen würde.
Ich habe mittlerweile die Mutter angerufen, die diese Diagnose auch so bestätigte und auch die Tatsache, dass man es dem Kind so einfach mitgeteilt hat.
Ich will mich darüber nicht weiter auslassen, auch wenn mich das sehr erschüttert, aber ich erkenne, dass das Mädchen jemanden braucht, der mit Sachverstand mit ihr umgeht.
Vielleicht könnt ihr mir hier helfen?
Was kann man ihr sagen? Wie kann man ihr helfen?
Ich bin für jeden Ratschlag offen!
VG und schon mal danke im Voraus!
Martina


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ich denke, nicht jeder würde sich für diesen fall interessieren. begeistert hat mich der einsatz v. a. bezüglich des attestes für die verlängerung bei arbeiten. fand ich sehr schön.



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