Vorschläge des Bundesgesundheitsministers ungerecht und unsinnig
Die Vorschläge des Bundesgesundheitsministers Dr. Rösler zur Einführung einer sogenannten kleinen Kopfpauschale sind aus Sicht der BAG SELBSTHILFE ungerecht und unsinnig zugleich. "Es ist ungerecht, dass mit der kleinen Kopfpauschale reiche und arme Menschen mit einem gleich hohen Betrag zur Finanzierung des Gesundheitswesens herangezogen werden sollen." Dies sagt Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.
Aus Sicht der BAG SELBSTHILFE ist die kleine Kopfpauschale aber auch unsinnig, da nun offenbar neben dem einkommensabhängigen Einzug von Versichertenbeiträgen und dem Einzug von Zusatzbeiträgen ein drittes Einzugsverfahren geschaffen werden soll. Dies wird zu einem Verwaltungsaufwand führen, der mit erheblichen Kosten verbunden sein wird. Damit werden Mittel, die zur gesundheitlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten gebraucht werden, sinnlos in den Rachen eines Bürokratiemonsters geworfen.
"Chronisch kranke und behinderte Menschen werden ohnehin schon durch Zuzahlungen, Praxisgebühren, Aufzahlungen, Eigenanteile und Zusatzbeiträge in einer unzumutbaren Weise belastet. Die Beträge der Kopfpauschale müssten daher zumindest bei der Belastungsgrenze der sogenannten Chronikerregelung berücksichtigt werden", so Danner weiter.
Die BAG SELBSTHILFE e.V. – Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen – ist die Vereinigung der Selbsthilfeverbände behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen in Deutschland. Sie ist Dachverband von 105 bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen, 14 Landesarbeitsgemeinschaften und 4 Fachverbänden. Über ihre Mitgliedsverbände sind in der BAG SELBSTHILFE mehr als eine Million Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen sowie Sinnes-Behinderungen und Menschen mit unterschiedlichsten chronischen Erkrankungen zusammengeschlossen.



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