Hallo alle zusammen,
ich bin neu im Forum, 32 Jahre jung und an der Friedreich Ataxie erkrankt, die sich mit der Pupertät immer weiter verschlechtert hat.
Ich sitze seit ca. 5 Jahren im Rollstuhl vor 2 Jahren habe ich auch eine Reha gemacht, in der Rehaklinik Hilchenbach.
Nun ich weiss positives und negatives darüber zu berichten.
Erstmal das Positive :
Das Personal und die Therapeuten sind zu 99% nett, zuvorkommend und spassig.
Ich habe dort nette Leute kennengelernt, mit denen ich immer noch Kontakt habe.
Nun das negative :
Man kommt sich vor wie bei einer Massenabfertigung, jeder Patient bekommt einen Therapieplan/Stundenplan Abends ausgehändigt auf dem steht wo und wann er zu erscheinen hat.
Die Therapien sind eher Seicht und wenig fordernd.
Ich war in der Reha um zugucken was noch in mir drin steckt, auf gut deutsch um den A.. ähm alles zugeben, da ich früher viel fitness, Body Building und Kampfsport betrieben habe, kann ich kurzfristig auf eine Menge Kraft zurückgreifen, die dann mal mehr mal weniger unkoordiniert ist, aber trotzdem abrufbar und es ist schon von Vorteil wenn die Arme für eine gewisse Zeit, die Funktion der Beine übernehmen oder unterstützen kann.
Leide aber durch das frühere BB und die jetzt eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit unter Übergewicht, das ich unteranderem dort auch loswerden wollte und mich zur Ernährungsberatung gemeldet habe.
Diese war leider in 50 Minuten abgehakt und bestand aus Weisheiten, die jeder durschnittlich Inteligente Mensch heutzutage weiss oder im Internet nachlesen kann, keine Praxistips.
ZBP. Wie ernähre ich mich gesund und vitaminreich bei den heutigen Preisen, auch wenn ich kein Millionär bin.
Das 2x tägige Wettrennen zum Frühstück und Abendessen ist da schon Diätfreundlicher, wer zuspät kommt kann sich mit dem begnügen was übrig gelassen wurde, wenn was übrig bleibt, es gibt da immer schon Grüppchen, die darauf warten das der Esssaal geöffnet wird.
Beonders gut ausgestattet sind die Therapieräume auch nicht, nur das nötigste.
Das Fitnessstudio, besteht aus einer Reihe von Ergometern und ist sc hon ab 17 Uhr geschlossen, sobald die Tagesschicht der Therapeuten beendet ist.
Freizeitangebote sind eher spärlich und die guten Sachen ausserhalb der Klinik müssen vom eigenem Portmonnaie finanziert werden, obwohl das meiste davon weniger Rollstuhl geeignet ist.
Mitlerweile hab ich ein Handbike von Speedy was ich damals noch nicht hatte, also war ich immer darauf angewiesen das mich ein fiterer Patient zur Bank oder zum Einkaufen mitnimmt und mich durch das ziemlich stark hügelige Dorf schiebt.
Also für eine Rehaklinik, sollte die Lage schon komfortabler sein.
Es gibt zwar einen Einkaufsdienst, aber den muss man anmelden und ich bin eher einer der selbst in den Supermarkt will und sich spontan nach Angebot und Lust entscheidet.
Ausserdem ist jeder Grund willkommen das Klinikgelände zuverlassen.
Es gab dort viele Schlaganfall Patienten die sich schwer motivieren ließen und dieser allgemeine Tonus hatte sich wohl in der ganzen Klinik niedergelassen, deswegen war man wohl auch nicht auf mich gefasst, einer der höchst motiviert war, alles ausprobieren wollte und am liebsten 18 Std. am Tag Therapie gehabt hätte bzw. gern trainiert hätte.
Anfangs war es so das ich nichtmal auf mein Normales Therapiepensum in der Woche kam, das ich zuhause mit 3x wöchentlich a` 60 Minuten Physiotherapie habe, erst als ich darauf aufmerksam machte beim Chefarzt, fing man an mich gelegentlich in verschiedenen Gruppen mit reinzuschieben.
Fazit : Diese Reha war eher eine Kur und der Klinik fehlt es an den Möglichkeiten, individuell auf ihre Patienten zureagieren und es macht alles den Eindruck von schlecht organisierter Fließbandarbeit.
Gruß Fernando


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