Deutsche Heredo-Ataxie Gesellschaft e.V.

Sie sind hier:  Info in einfacher Sprache  |  Behandlung (einfach)  |  Krankengymn.  |  
  |   Startseite   |  Suchen   |  Übersicht   |  Impressum   |

Zum besseren Verständnis ...

Zum besseren Verständnis vorab eine kurze grobe Einteilung des Zentralnervesystems. Das Gehirn (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm) und das Rückenmark zusammen bezeichnen wir als Zentralnervensystem (ZNS). Die neuronale Kontrolle von Bewegung und Haltung ist eine wichtige Aufgabe des ZNS.

Wir unterscheiden zwischen aufsteigenden und absteigenden Nervenbahnen. Die Querverbindungen zwischen den Nervenbahnen, die Schaltstellen oder Synapsen können von außen durch Impulse in Ihrer Wirksamkeit beeinflußt werden. Sie übertragen bei häufiger Benutzung besser. Sie haben eine gewisse Lern- und Gedächtnisfähigkeit, und genau das machen wir uns bei der Therapie zu Nutze.

Die primitiven, die einfachen, entwicklungsgeschichtlich älteren Strukturen haben kürzere Verbindungsleitungen und reagieren schneller. Jüngere Formationen überlagern die älteren im gesamten ZNS und steuern die Feinabstimmung. Im Kleinhirn wird die Bewegungssteuerung korrigiert und organisiert, um komplexere Bewegungsabläufe zu gewährleisten. Die entwicklungsgeschichtlich älteren Strukturen sind in der Hierarchie der motorischen Zentren höher angesiedelt als jüngere Strukturen und dienen somit als übergeordnete Kommandozentren.

Wenn ich ein Aktionspotential (= motorischen Reiz) durch Provokation über die Hinterwurzel des Rückenmarks in die übergeordneten Strukturen sende, erhalte ich eine Bewegungsantwort, z. B. wenn ich Ihren Arm weit genug zur Seite ziehe, reagiert Ihr Rumpf mit Verlagerung des Schwerpunktes. Ich kann also mit diesen Zentren kommunizieren.

Wie wichtig das Thema Kommunikation ist, erleben Sie tagtäglich.

Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Das ZNS ist also von außen beeinflußbar.

Ob Sie sich für eine dieser oder für andere Methoden entscheiden oder bereits entschieden haben, das Behandlungsergebnis kann nur dann erfolgreich sein, wenn Sie Ihre Erwartungshaltungen, Ihre Hoffnungen und vielleicht auch Ihre Ängste mit dem Therapeuten besprechen, Teilziele entwickeln und gemeinsam eine Lösung finden, wie Sie Ihre Selbständigkeit weitgehend behalten, Ihr Selbstwertgefühl stärken und Ihre Lebensqualität optimieren.

Der Therapeut seinerseits sollte sich bei jedem Patienten darüber im Klaren sein, daß er es in erster Linie mit einem Menschen zu tun hat und nicht mit der isolierten Betrachtung eines Ataxiebefundes.

Vielen Dank an

Doris Meister

aus deren Vortrag wir diese Informatinen entnommen haben