Eine Behandlung der Ursachen ist bei Ataxieerkrankungen noch nicht möglich.
Aber für fast alle Betroffenen sind Krankengymnastik, Logopädie und Ergotheraopie hilfreich, um besser mit den Problemen umgehen zu können.
Krankengymnastik (Physiotherapie), hilft das Bewegungsverhalten zu verbessern. Durch Krankengymnastik können Bewegungen verbessert werden, und damit Fähigkeiten länger erhalten werden.
Logopädie, hilft dabei auftretende Sprechstörungen und Schluckstörungen zu vermindern.
Ergotherapie unterstützt dabei die Selbstständigkeit, die Ausführung von bestimmten Tätigkeiten, und die Möglichkeiten in der Freizeit in der persönlichen Umwelt zu stärken
Ein paar praktische Übungen für Ataxie-Betroffene stehen zum Download zur Verfügung.
Sie finden Anleitungen für Übungen in verschiedenen Ausgangspositionen und Schwierigkeitsgraden. Manche Übungen werden Sie alleine nicht gefahrlos durchführen können aber mit einer Therapeutin.
Welche Übungen für Sie speziell besonders wichtig sind, welche Übungen Sie alleine gefahrlos üben können und welche Sicherheitsmaßnahmen nötig sind (z.B. Üben in der Nähe einer Festhaltemöglichkeit), wird Ihre Therapeutin mit Ihnen besprechen.
Der Thieme Verlag stellt diese Übungen freundlicher Weise zum Download bereit:
Zusatzinfo Patientenbroschuere Ataxie
Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie bei Heredo-Ataxien
Aufgrund der Variabilität der Krankheitsbilder kann es durchaus sein,daß bei ein und derselben Ataxie (z.B.Friedreich'sche Ataxie) für einen bestimmten Patienten ganz andere Zielsetzungen formuliert werden müssen als bei einem zweiten Patienten. Es ergeben sich jedoch insgesamt allgemeine Behandlungsziele für die Therapie von Ataxie-Patienten. Sie richten sich nach den Hauptsymptomen. Im folgenden werden Hauptsymptome mit ihren Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.
Ausführliche Information in unserer Broschüre:
Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie bei Heredo-Ataxien
Koordinationsstörungen
Unfähigkeit, zielgerichtete Bewegungen durchzuführen und Unfähigkeit, statische Ausgangsstellungen ohne Muskel- "zittern " einzunehmen.
Verbesserung und Behandlung der Koordinationsstörungen
durch Stabilisierung oder Entspannung der zitternden Muskeln. Beide Punkte – Stabilisierung und Entspannung – können lokal begrenzt werden auf bestimmte Körperregionen bzw.Muskelgruppen, oder es wird eine Stabilisierung bzw.Entspannung des gesamten Körpers angestrebt.
Sensibilitätsstörungen
Probleme bei der Wahrnehmung von Informationen von außen (Taubheitsgefühl, Über- bzw. Unterempfindlichkeit bei verschiedenen Reizenspitz, stumpf, heiß, kalt usw.) und Probleme bei der Wahrnehmung des eigenen Körpers sowie der aktuellen Stellungen der Körpergelenke und -muskeln (Tiefensensibilität).
Verbesserung der Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen
Durch gezielte Schulung der entsprechenden Rezeptoren. Hier ist an eine häufige Wiederholung unterschiedlicher Reize zu denken. Die Sensibilität wird sozusagen "trainiert", beispielsweise durch ständigen Wechsel von Warm und Kalt. Die Wahrnehmungsprobleme können u.a. gut durch Bewußtmachung des eigenen Körpers, Konzentration auf bestimmte Ausgangsstellungen und Bewegungen, geschult werden. Auch hierfür ist eine häufige Wiederholung der Stellungen und Bewegungen notwendig.
Spastiken
Hypertonus (erhöhte Spannung) der Muskulatur in bestimmten Mustern (meist Beugestellung der Gelenke).
Hemmung von Spastiken und allgemeiner Erhöhung der Muskelspannung
Um dieses Ziel zu erreichen, stehen der Krankengymnastik unterschiedliche Techniken zur Verfügung. Neben der Entspannung, der Massage und den Dehnungen der betroffenen Muskulatur bieten sich neurophysiologische Behandlungen an, die im Abschnitt "Krankengymnastische Techniken " erläutert werden..
Bewegungsstörungen
Schwierigkeiten bei der Ausführung maximaler Bewegungen aufgrund von Muskelverkürzungen, Gelenkeinschränkungen, Schmerzen usw..
Behebung von Bewegungsstörungen
Je nach Ursache (Muskel,Gelenk,Schmerz) werden für dieses Ziel wieder verschiedene Techniken eingesetzt. Diese Techniken sind insgesamt krankengymnastisches Grundlagenwissen, Sie stammen oft auch aus anderen Fachrichtungen.
"Kraftprobleme"
Unfähigkeit,bestimmte Bewegungen oder Tätigkeiten durchzuführen, weil die muskuläre Kraft fehlt.
Allgemeine Kräftigung
Oftmals ergeben sich durch die seit langer Zeit bestehenden Symptome "Kraft" -Probleme bei Ataxie-Patienten in bestimmen Muskelgruppen (bei Patienten im Rollstuhl z.B.die Bein-und Rumpfmuskulatur). Hier bieten sich ebenfalls zahlreiche Techniken zum gezielten Muskelaufbau an.
Gangstörungen
Diese können aufgrund eines bzw.mehrerer der oben genannten Symptome bestehen und müssen dementsprechend behandelt werden.
Verbesserung von Gangstörungen
Probleme bei der Fortbewegung "Gehen " treten bei zahlreichen Ataxiepatienten auf und können unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Die Ziele hierbei können sein, das Gehen für die Patienten über kurze Strecken überhaupt erst zu ermöglichen, da ein selbständiges Gehen nicht mehr möglich ist. Bei anderen Patienten wird angestrebt, das Gangbild insgesamt zu verbessern, beispielsweise durch Stabilisation des Rumpfes oder des Hüft-bzw.Kniegelenks.
Feinmotorische Störungen
Auch diese Probleme treten bei den meisten Ataxie-Patienten als Folge von z.B.Spastiken, Sensibilitäts- und Koordinationsstörungen (Tremor) auf und werden oft den ADL-Störungen (activities of daily life - Aktivitäten des täglichen Lebens) zugeordnet.
Verbesserung feinmotorischer Probleme
Dieses Ziel wird am besten in ADL-Situationen erreicht. Hier können z.B.das Schnüren von Schuhen oder das Knöpfen einer Bluse und ähnliches geübt werden. Dieser Bereich der krankengymnastischen Behandlung überschneidet sich mit der Ergotherapie. Jeder Krankengymnast sollte aber ein gewisses Repertoire an Techniken/Übungen aus dem ADL-Bereich besitzen, um bei Ataxiepatienten, deren Hauptproblem die Feinmotorik ist, eine sinnvolle Therapie durchführen zu können.
Skelettveränderungen
z.B.Skoliose, Hohlfuß, Zehendeformitäten
Evtl. Behebung, zumindest aber Verhinderung weiterer knöchernder Verschlechterungen. Hierbei handelt es sich oft um Sekundärschäden, die generell eine langwierige Behandlung erfordern, da fast immer fixierte Probleme vorliegen